"Wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet."
(Mt.5-8)
Mein heutiges Thema ist der umfangreiche Bereich des Begriffes "Beten". Schauen wir vorerst, was KI zu diesem Begriff zu sagen hat:
"Beten ist die verbale, nonverbale oder rituelle Zuwendung an Gott oder andere transzendente Wesen und wird in vielen Religionen als ein Gespräch mit dem Göttlichen verstanden. Es kann als eine Form des Sprechens, Singens, Denkens oder Schweigens ausgeübt werden und umfasst verschiedene Inhalte wie Dank, Bitte, Lobpreis oder Klage. Beten kann alleine oder in Gruppen, zu bestimmten Zeiten oder spontan geschehen. "
Es gibt keine Statistik darüber, wie viele Menschen auf der Welt täglich, manchmal oder überhaupt jemals beten oder zu wem sie beten. Tatsache ist, dass fast jede Religion in irgendeiner Form einen Kontakt zu Gott, Göttern, Ahnen oder einer anderen Form höherer Mächte pflegt.
Im HINDUISMUS gibt es viele Götter, an die sie ihre Gebete richten. Seine Hauptgötter sind Brahma, Vishnu und Shiva. Bei Brahman handelt es sich um ein formloses, unpersönliches Konzept eines Gottes, um den Ursprung des Universums und des Seins. Brahman ist die höchste Gottesvorstellung im Hinduismus.
Und beten Hindus? Es gibt nur ein wichtiges Gebet:
"Wir wollen uns versenken in das wundervolle Licht der Gottheit. Möge sie uns erleuchten und uns den rechten Weg zeigen."
Im BUDDHISMUS ist es ähnlich. Buddhisten beten nicht zu einem Gott, sondern betrachten Buddha als Lehrer, der den Weg zur Erleuchtung gezeigt hat. Sie meditieren als Ausdruck von Dank, Respekt und Inspiration. Dazu gehören Rezitationen, das Wiederholen von Mantras und das Aussprechen von Wünschen für alle Lebewesen. Gebetsmühlen, Mantra-Ketten oder Gebetsfahnen sind äußere Hilfsmittel.
Das alles dient dazu, sich mit der inneren Fähigkeit zu verbinden, konstruktive Emotionen, wie Mitgefühl, Eifer, Geduld etc. zu entwickeln und konstruktiv zu handeln, um anderen hilfreich zu sein.
Im ISLAM wird fünfmal täglich in Richtung Mekka gebetet. Das "Gebet" besteht aus einer Abfolge von stehenden, sich verbeugenden und niederwerfenden Positionen, wobei Koranrezitationen auf Arabisch gesprochen werden. Neben dem Pflichtgebet gibt es auch freiwillige Bittgebete, die Du'a genannt werden.
Um ein Gebet verrichten zu können, bedarf es der rituellen Reinheit. Diese erlangt man durch eine Gebetswaschung. Wie bei allen gottesdienstlichen Handlungen äußert man zuerst die Absicht des Vorhabens. Der Muslim spricht also innerlich, bevor er mit dem Gebet beginnen will, seine Absicht, die in etwa lauten könnte: Zum Wohlgefallen Allahs, möchte ich nun das Morgensgebet mit dem Fard-teil (Fard = Pflichtgebet) verrichten. Es werden beim rituellen Gebet nur Texte aus dem arabischen Koran gelesen. Jeder Muslim verbeugt sich auf die gleiche Art. Jeder Muslim, egal auf welchem Erdteil er sich befindet, verbeugt sich in Richtung der Kaba, die in Saudi Arabien steht.
Die ABORIGINES die Ureinwohner Australiens, beten nicht im herkömmlichen Sinn in Kirchen oder zu Göttern, sondern praktizieren eine Form der Ahnenverehrung und des Totemismus. Ihre religiösen Praktiken umfassen Rituale, Gesänge und eine tiefe Verbindung zur Natur, die oft mit der Traumzeit, einer Mythologie der Schöpfung und Spiritualität, verknüpft ist.
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Auch das Gebet bei NATURVÖLKERN ist oft tief mit der Natur und ihrer Umgebung verbunden und zielt auf Dankbarkeit, Schutz und eine gute Ernte ab. Häufig werden Elemente wie Sonne, Erde und Wasser verehrt, und oft werden Opfergaben dargebracht. Die bekanntesten sind das Erde-Gebet, das Gebet an den Großen Geist und das Vier-Himmelsrichtungen-Gebet.
Im JUDENTUM gibt es drei feste Gebetszeiten (morgens, nachmittags, abends), am Schabbat vier. Der Inhalt der Gebete, die Sprache und der Ort sind nicht vorgeschrieben.
Viele Juden beten außerdem nach dem Essen und vor dem Schlafengehen. Manche sprechen zusätzlich einen Segensspruch vor dem Essen, nach dem Kauf neuer Kleidung, beim Anblick eines Regenbogens oder in anderen Situationen. Für die Gottesdienste und besondere Anlässe haben Juden auch vorgegebene Gebete.
Zu den Gegenständen, die man neben der Kopfbedeckung (Kippa) für das Gebet benötigt, gehören die Tfillin („Gebetskapseln“) und der sog. Tallit (Gebetsschal). Beide werden im orthodoxen Judentum von Männern, in den nicht-orthodoxen Strömungen auch von Frauen angelegt. Der Tallit wird im Morgengottesdienst, an Schabbat und Feiertagen auch beim Zusatzgebet getragen. Beim Vorlesen der Tora und ganztägig an Jom Kippur wird der Tallit ebenfalls angelegt.
Ich möchte jetzt betreffend das Beten den KATHOLIZISMUS speziell hervorheben. Denn in dieser Religion gibt es eine spezielle "Gebetsart", die hier nicht unerwähnt bleiben soll: DER ROSENKRANZ!
Mit diesem Gebet wird gem. katholischer Praxis in erster Linie Maria, die Mutter Jesu, verehrt. Biblisch ist diese Praxis nicht.
Der vorletzte Papst, Benedikt XVI, sagte 2008 u.a.: "Um Apostel des Rosenkranzes zu sein, muss man die Schönheit und die Tiefe dieses einfachen und jedem Menschen zugänglichen Gebets persönlich erfahren. Vor allem muss man sich von der Jungfrau Maria an der Hand führen lassen, um das Antlitz Christi zu betrachten.... Wer wie Maria und gemeinsam mit ihr die Geheimnisse Jesu bewahrt und sie unermüdlich betrachtet, der macht sich seine Empfindungen immer mehr zu eigen und wird ihm ähnlich.
Die Verführung der Christenheit ist gerade im Katholizismus Roms besonders groß. Die Bibel lehrt ganz eindeutig: "Denn einer ist Gott, und einer ist MITTLER zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus". (1 Tim. 2,5)
Maria war ein Mensch wie du und ich, ein Glaubensvorbild wie viele nach ihr, aber niemals Objekt, um Gott näher zu kommen. Sie ist weder in den Himmel aufgefahren, noch hat sie die Möglichkeit vom Himmel aus (wie auch nicht die anderen katholischen Heiligen oder Heiliggesprochenen), irgendetwas für die Menschen zu tun. Jesus allein ist der "Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater als NUR durch ihn" (Joh. 14,6)
Die Katholische Kirche gibt damit Maria einen Stellenwert, der völlig unbiblisch ist. In vielen Gebeten wird darauf verwiesen dass Maria die Fürsprecherin, die Himmelkönigin, die Gottesgebärerin (?), die Schmerzensmutter, die Trösterin der Betrübten, die "Reinste Mutter", die "Ursache unserer Freude" u.a. ist.
Typische Darstellung im Katholizismus: Maria groß, Jesus klein!
In Wahrheit ist der Marien-Kult entstanden, nachdem der Artemis-Kult, der hunderte Jahre zuvor in der hellenistischen und der römischen Zeit weit verbreitet war, allmählich (auch durch das Fortschreiten des Christentums) ein Ende fand. Artemis war in der griechischen Mythologie die Göttin der Jagd, der Jungfräulichkeit, des Waldes, der Geburt und des Mondes und die Hüterin der Frauen und Kinder. Ihr entspricht Diana in der römischen Mythologie.
Um den "Verlust" dieser Göttin auszugleichen, ließ man die Verehrung Marias gewissermaßen als Ersatz für Artemis zu. Offenbar konnte man im Katholizismus nicht ohne eine "Mutter-Göttin" auskommen.
Beten ist also ein nahezu universelles, menschliches und religiöses Phänomen. Es beruht wohl auf einem im Menschen wohnenden Vakuum, das nach Hilfe, Schutz, Unterstützung, Sicherheit, Glück oder Erfüllung sucht, um zu erhalten, was ihm das Leben in unserer gefallenen Welt zu verwehren scheint. Aber welche Methode, sie zu erhalten, auch angewendet wird, ob durch Meditation, durch die Hoffnung, von einem wundervollen Licht einer Gottheit erleuchtet zu werden, indem man sich mehrmals täglich auf den Boden wirft und "Allahu Akbar" ruft, stundenlang den Rosenkranz herunterleiert oder tausend Heilige anruft, keine von ihnen erreicht den wahren, lebendigen Gott, den Schöpfer des Universums und des Menschen.
Denn es gibt nur einen einzigen wahren Weg zum lebendigen Gott, zum Schöpfer des Universums und des Menschen, durchzudringen, und dieser Weg heißt JESUS CHRISTUS! Nur durch den Glauben an ihn und sein unfassbares Erlösungswerk am Kreuz wurde uns der Weg aus unserer sündigen, dem Verderben preisgegebenen Welt ermöglicht. Und nur über den Weg Jesu Christi und dem Heiligen Geist ist Gott bereit, unser Gebet (das wir in Seinem Willen beten), nicht nur zu hören, sondern es auch zu erfüllen.
"Ohne Glauben aber ist es unmöglich, (ihm⟩ wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird".
(Hb. 11,6)
"Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und in Wahrheit anbeten"
( Joh. 4,24)
"Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die von den Nationen; denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden".
(Mt. 6,7)
"Nahe ist der Herr allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen"
(Ps. 145,18)
Und so schließe ich diesen Betrag mit dem "Gebet der Gebete", die uns Jesus Christus selbst gelehrt hat:
Gott, der Herr, segne dich!
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