Es gibt ein Kinderspiel, das "Wahrheit oder Lüge" heißt. Bei diesem Spiel geht es darum, dass man skurrile Behauptungen als wahr oder unwahr erkennt. Es wird eine Behauptung von den Spielkarten vorgelesen, anschließend die Sanduhr umgedreht. Die Spieler haben nun Zeit zu entscheiden, ob sie die Behauptung für wahr oder unwahr halten.
Ich denke, dass diese Beschreibung ganz gut passt, wenn wir sie auf die Lebenssituationen, die uns in unserer Gesellschaft als Wahrheit oder Lüge begegnen, übertragen. Wie die Spieler in diesem Kinderspiel entscheiden immer die Menschen, was als Wahrheit oder als Lüge gilt. Dies zeigt sich speziell in der heutigen Gesellschaft auf unverkennbare Weise. Von heute auf Morgen treten neue Gesetze in Kraft, die als Wahrheit zu gelten haben. Christliche Werte prägten jahrhundertelang unser Leben. Heute werden sie vielfach ins Gegenteil verkehrt. Jahrtausendelang gab es nur "Mann und Frau" als Geschlecht. Heute haben wir über 60 Definitionen und per Gesetz kann jeder mit einem einfachen Eintrag selbst bestimmen, was er oder sie (oder es) ist. Eigentlich fehlt in dieser Entwicklung für mich nur noch der Eintrag: Mensch oder Affe? Was nicht einmal so weit hergeholt scheint, schließlich glaubt ja auch die Mehrheit, vom Affen abzustammen.
Deswegen beginne ich diese Ausführungen mit einem Bibelwort:
Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem!
(Jes. 5,20)
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Machen wir vorerst einen Blick darauf, was man im Netz, in den Lehrbüchern, in der Philosophie oder in der Wissenschaft über den Begriff Wahrheit zu sagen hat:
Wikipedia definiert den Begriff "Wahrheit" wie folgt:
Der Begriff der Wahrheit wird in verschiedenen Zusammenhängen gebraucht und unterschiedlich gefasst. Gemeinhin wird die Übereinstimmung von Aussagen oder Urteilen mit einem Sachverhalt, einer Tatsache oder der Wirklichkeit im Sinne einer korrekten Wiedergabe als Wahrheit bezeichnet. Im Weiteren wird unter „Wahrheit“ auch die Übereinstimmung einer Äußerung mit einer Absicht oder einem bestimmten Sinn beziehungsweise einer normativ als richtig ausgezeichneten Auffassung oder mit den eigenen Erkenntnissen, Erfahrungen und Überzeugungen verstanden. Tiefergehende Betrachtungen sehen Wahrheit als Ergebnis eines offenbarenden, freilegenden oder entdeckenden Prozesses des Erkennens ursprünglicher Zusammenhänge oder wesenshafter Züge.
Oder eine weitere Erklärung:
Wahrheit ist die Übereinstimmung einer Aussage oder eines Gedankens mit der Wirklichkeit oder einem durch Konventionen und Normierung festgelegtes Regelwerk. Gemeinhin wird als wahr all das angesehen, was dem Satz "Diese Aussage ist falsch" widerspricht. Danach ist ein Satz oder auch ein Gedanke wahr, wenn er einen Sachverhalt formuliert, der tatsächlich besteht. Diese Auffassung von Wahrheit wird als Korrespondenztheorie der Wahrheit bezeichnet. Um es noch genauer auszudrücken: Die Adäquations- und/oder Korrespondenztheorie geht davon aus, dass man die Wahrheit genau dann erkennt, wenn Erkenntnis und ihr Gegenstand übereinstimmen. Der Wahrheitsbegriff der Korrespondenztheorie entspricht auch dem alltagssprachlichen Verständnis von Wahrheit.
Und dann gibt es noch folgende Erklärung:
In der Philosophie sind die verschiedenen Definition nicht unumstritten. So wurde eingewandt, dass unklar bleibe, wie die Übereinstimmung (das Korrespondenzverhältnis) zwischen Aussage und Gegenstand zu verstehen sei. Im Zentrum philosophischer Wahrheitstheorien steht die Suche nach hinreichenden Wahrheitskriterien. Dabei geht es um die Frage, aufgrund welcher Dispositionen wahre und falsche Aussagen unterschieden werden können. Und dazu gibt es verschiedene Kriterien, wobei natürlich gegen jedes Kriterium auch plausible Einwände erhoben werden.
So lässt sich ganz grob zusammenfassen, dass jede Definition, jede Erklärung und jede Behauptung, was wahr oder was falsch ist, unseren menschlichen Vorstellungen entspricht und daher aus christlicher Sicht a priori in Frage gestellt werden darf und muss.
Der Mensch ist anthropozentriert, was bedeutet, dass er sich als den maßgeblichen Faktor im Universum und als den Mittelpunkt der weltlichen Realität versteht und seine eigenen, menschlichen Bedürfnisse und Interessen über alle andere Lebensformen stellt.
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Der christliche Glaube aber baut nicht auf menschlichen Erfahrungen, die heute gelten und morgen von neuen Erkenntnissen ersetzt werden. Er baut auch nicht auf die Wissenschaft, die immer wieder vor neuen Herausforderungen steht, die sie nicht erklären kann. Er baut auf das ewige, unveränderliche, vollkommene Wort Gottes, das ER, der Schöpfer des Weltalls und des Menschen, ein für alle Mal festgelegt und festgeschrieben hat.
Deshalb möchte ich heute der Frage nachgehen, ob es eine absolute Wahrheit gibt. Ich bin überzeugt, die allermeisten Menschen werden diese Frage mit NEIN beantworten. Denn tatsächlich lässt sich jede Aussage hinterfragen oder auch in Frage stellen, weil sowohl die Theorie als auch die empirische Forschung*) nicht absolut überzeugbare Daten liefern. Vor allem dann, wenn es um Themen geht, die die menschliche Existenz betreffen (Entstehung des Universums, Entstehung des Lebens, Zufall, Abstammung, Tod/Leben usw.) .
*) Empirische Forschung ist ein wissenschaftlicher Ansatz, der Erkenntnisse durch systematische Beobachtung, Messung und Analyse der realen Welt gewinnt, anstatt sich ausschließlich auf Theorien zu verlassen. Ziel ist es, wissenschaftliche Fragen durch die Sammlung und Auswertung von Daten zu beantworten und Hypothesen zu überprüfen oder zu widerlegen. Sie basiert auf Erfahrung
Nun, was bedeutet "WAHRHEIT"? Über diesen Begriff diskutiert die Menschheit nicht erst seit Aristoteles oder Platon. Die Frage "Was ist Wahrheit?" zieht sich von der Antike über Pilatus bis in die heutige Zeit. Ich habe nicht die Absicht, mich mit diesem Thema wissenschaftlich, philosophisch oder religiös auseinanderzusetzen, sondern werde versuchen, diesen Begriff im Lichte der Bibel zu beleuchten. Die Frage, ob es eine absolute Wahrheit gibt, ist für mich jedenfalls nicht zu trennen von der Frage, ob unser Leben zufällig entstanden ist, einem bestimmten Plan folgt oder überhaupt einen Sinn hat.
Die Philosophie ist bemüht, ihre Erkenntnisse in Thesen zu pressen, eine wirklich zufriedenstellende Antwort hat sie nicht in petto. Die Wissenschaft läuft sich selbst hinterher und baut weiter an ihren eigenen Gerüsten, abschätzig und herablassend auf jene schauend, die es wagen, ihre Erkenntnisse in Frage zu stellen. Und die unterschiedlichen Religionen bieten Antworten an, die niemanden befriedigen können und eine Sicherheit, die sich als unwirksam herausstellt.
Wahrheit ist rein und klar, unverfälscht. Es gibt nicht ein bisschen Warhheit, genausowenig wie man ein bisschen schwanger sein kann. Genauso gibt es auch nicht ein bisschen Lüge. Lüge ist Lüge und eine Vermischung gibt es nicht. Aber wir Menschen leben in dieser Mischung. Vieles können wir nicht erkennen, weil wir es nicht hinterfragen. Wir nehmen es zur Kenntnis, wie es uns vorgesetzt wird. Also ist in dieser Welt n i r g e n d s eine Gewähr, wirklich Wahrheit zu erleben.
So kommt hier wieder die Besonderheit und Einzigartigkeit des Christentums ins Spiel: Ich habe schon in anderen Beiträgen darauf hingeweisen, dass das Christentum keine Religion ist, weil sie nicht, wie alle anderen Religionen, auf dem Halten unterschiedlichster Gebote und Methoden basiert, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen (z.B. Reinkarnation, höhere/niederere Stufe, wartende Jungfrauen im Paradies, Auflösung im Nirvana u.ä. ). Diese Einzigartigkeit besteht darin, dass sie auf eine Person gründet, was dem Menschen jede Möglichkeit nimmt, sich selbst erlösen zu können. In etlichen meiner früheren Beiträgen habe ich darauf hingewiesen, dass auch nicht ein vollkommener Lebenswandel, keine Kirchenzugehörigkeit, keine Taufe, keine noch so gute Werke einem Menschen ewige Rettung oder bleibenden Frieden (unabhängig davon, in welcher Situation er sich befindet), bringen kann. Es gibt nur EINEN WEG, und der heißt
JESUS CHRISTUS,
der gesagt hat:
"ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN, niemand kommt zum Vatere als NUR durch mich."
(Joh. 14,6)
Da ist also eine Person, die vor 2.000 Jahren hier auf Erden gewandelt ist und sich erlaubte, eine solche Aussage zu machen! "ICH BIN DIE WAHRHEIT ....! Und seit 2.000 Jahren hat man versucht, seine Existenz in Frage zu stellen, ihn zum Wanderprediger, zu einer Phantasiegestalt, zum Propheten, dem Lehrer einer kleinen Gruppe von Anhängern, oder einen Religionsstifter unter vielen, zu degradieren.
Aber zum Unterschied von allen anderen "Religionsstiftern", sei es Buddha, Mohamed, Zarathustra, Laozi, Konfuzius, Mani, oder wie immer sie heißen mögen, ist das Leben von Jesus Christus, seine Werke, seine Worte, seine Heilungen, seine Hilfe während der gesamten Zeit seines Aufenthaltes hier auf Erden bis ins kleinste Detail dokumentiert und von Zeitzeugen in großer Zahl bestätigt und durch das Alte Testament, tausende Jahre vor seinem Erscheinen, schon in der Bibel angekündigt und vorhergesagt worden. Und von tausenden und abertausenden Menschen, die seither gelebt haben und leben, durch Erkenntnis und Erfahrung bestätigt worden.
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Ich möchte dir hier zwei Stellen aus der Bibel zeigen und dir danach eine Frage stellen.
In der Apostelgeschichte steht folgender Absatz:
"Und was soll ich noch sagen? Denn die Zeit würde mir fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon, Barak, Simson, Jeftah, David und Samuel und den Propheten, die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampf stark wurden, der Fremden Heere zurücktrieben..... Andere aber wurden durch Verhöhnung und Geißelung versucht, dazu durch Fesseln und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, starben den Tod durch das Schwert, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, Mangel leidend, bedrängt, geplagt. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen und Höhlen und den Klüften der Erde .."
(Hb. 11,32-38)
Und Paulus spricht über sich:
Ich bin über alle Maßen Diener Christi, in Mühen umso mehr, in Gefängnissen umso mehr, in Schlägen übermäßig, in Todesgefahren oft. Von Juden habe ich fünfmal vierzig ⟨Schläge⟩ weniger einen bekommen. Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten; einen Tag und eine Nacht habe ich in Seenot zugebracht; oft auf Reisen, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren von Räubern, in Gefahren von ⟨meinem⟩ Volk, in Gefahren von den Nationen, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern; in Mühe und Beschwerde, in Wachen oft, in Hunger und Durst, in Fasten oft, in Kälte und Blöße; außer dem Übrigen ⟨noch⟩ das, was täglich auf mich eindringt: die Sorge um alle Gemeinden.
(2. Kor. 11,23-28)
Jetzt meine Frage: Glaubst du, dass Menschen solch unsägliches Leid, Verfolgung, Folter und den Tod auf sich nehmen, würden sie einer Lüge folgen? Und auch heute noch gibt es viele Zeugnisse darüber, wie Menschen in Ländern, wo sie wegen ihres Glaubens verfolgt werden, lieber unsägliches Leid ertragen, als zu widerrufen. Sie sind keine Masochisten, die Freude an Leid oder Verfolgung haben, aber sie widerstehen in der Kraft, aufgrund des Glaubens und mit Hilfe ihres Herrn und Königs: Jesus Christus, die "in seinem Wort bleiben, weil sie wahrhaft seine Jünger sind. Und sie sind es, die die Wahrheit erkannt haben, eine Wahrheit, die sie FREI macht" (Joh. 8,32)
"Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die WAHRHEIT Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme."
(Joh. 18,37)
Hörst du seine Stimme? Nein, denn die Welt ist von Lüge geprägt. Blaise Pascal*), der große Naturwissenschaftler, hat gesagt: "Die Welt ist in unserer Zeit so sehr verdunkelt, und die Lüge so allgemein verbreitet, dass man die Wahrheit nicht erkennen kann, wenn man sie nicht liebt".
*) Wenn du mehr über diesen großen Wissenschafter wissen möchtest, verweise ich dich auf meinen Blog-Beitrag "(3) Sagt dir Blaise Pascal etwas?"
Und so schließe ich diesen Beitrag mit dem Satz:
Es gibt sie, die absolute Wahrheit: Sie ist in einer Person und in einem Namen vereinigt, in
Jesus Christus !
Sei von Gott gesegnet!
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