(51) Gottes Verheißungen und unser Problem damit

Heute möchte ich  anhand eines sehr  persönlichen Themas, das ich mit dir teilen möchte, zeigen, wie Christen  mit zerbrochene Beziehungen, mit schweren Krankheiten, finanziellen Problemen,  mit dem Schmerz über unbekehrte Kinder, oder einfach mit den vielen schwierigen Umständen, die uns das Leben auferlegt, umgehen.  Du wirst etliche dieser Zeiten kennen und sicher hast du schon oft gedacht, wie kann es sein, dass Gott nicht eingreift, obwohl du, auch wenn du nicht wirklich gläubig bist, schon des Öfteren um Lösung gebetet hast. 

Es gibt zwei Menschen in meinem Leben, die mir unendlich viel bedeutet haben, und wo dennoch die Beziehung zwischen uns zerbrochen ist. Der eine Mensch ist mein leiblicher Bruder, der bisher nicht zum Glauben gefunden  hat  und der andere Mensch ist eine junge Freundin, mit der ich die ganz frühen Anfangsjahre meines Glaubens verbracht habe, die durch mich zum lebendigen Glauben kam, aber durch einen falschen Kontakt  und  eine falsche Entscheidung den Weg mit Jesus Christus verlassen und sich einer anderen Lehre angeschlossen hatte. Jene beiden Ereignisse liegen schon unterschiedlich lange Jahre zurück. Jahre, in denen man von  ihnen dies oder jenes hörte,  wie sie wohl auch dies und jenes  über mein Leben hörten. Wir wohnen schließlich immer noch in derselben Stadt. 

Im Brief an die Römer (Kap. 12,18) werden wir aufgefordert, "Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden!"  Das ist nicht immer leicht. Manchmal  gibt es Umstände, die mit dem Zerbrechen einer Beziehung enden.  Verletzungen, Kränkungen, Zorn bleiben zurück.  Man kreist um den eigenen Standpunkt und weidet sich  in der eigenen Gerechtigkeit. Mag sein, dass man  subjektiv im Recht ist,  aber die Beziehung ist kaputt.  Wenn es enge Freundschaften waren oder ein Streit unter engen Verwandten, dann tut es weh und die Verletzung heilt nicht. Sie ist immer wieder da, einmal schmerzt sie mehr, einmal weniger. Vor allem auch dann, wenn man vielleicht schon kleinere Anläufe genommen hat, sich zu versöhnen und jene sind ins Leere gelaufen. Der andere will keinen Kontakt mehr. Punkt.

Ich könnte mir vorstellen, dass dir das auch nicht unbekannt ist. Aber als Christ? Kann so etwas sein? Christen müssen doch anders handeln, "die andere Wange hinhalten",  "sieben mal siebzig Mal vergeben", "den anderen höher schätzen als sich selbst" - alles wohlbekannte biblische Aussagen.... 

Abgesehen von der Tatsache, dass wir Christen in jedem Fall alles  von Herzen vergeben müssen, gibt es in solchen, offensichtlich nicht reparablen Umständen nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir  lassen alles auf sich beruhen oder wir  legen den ganzen Konflikt unserem  Herrn und Heiland hin.   Wie?    Indem wir  BETEN! 

"Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung"

(Jak. 5,16)

"Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!"

(Mt. 7,7)

Nun, wir haben oben schon festgestellt, dass auch du, wenn du "religiös" bist, gebetet hast, und es ist nichts passiert.  

Lügt Gott?  Nein! Gott kann nicht lügen (Hb. 6,18).

Also, woran liegt es, dass solche Gebete keine Wirkung zeigen? 

Auch wir Christen sind nicht gefeit gegen Anfechtungen, die uns herausfordern, zu denken, dass Gott uns nicht hören will oder uns nicht zu hören scheint.

Scheint!

Das ist nämlich das entscheidende Wort!

Gott hört jedes Gebet, aber nicht jedes Gebet erhört er. Sehen wir uns also  an, was die Voraussetzungen sind, dass sie erfüllt werden.  Also das "wie", "wann" oder "überhaupt"! Gott ist kein Münzapparat, wo man Geld hineinwirft und unten kommt sofort das Gewünschte heraus. Gott ist der Herr über Leben und Tod. Gott ist der Herrscher, der Schöpfer des Universums, der Erde und der Menschen.  Gott ist auch der Herr über die Zeit, und bei ihm gelten andere Dimensionen, die uns unzugänglich sind.  Deswegen lässt er sich nur nach SEINEN Bedingungen suchen und finden.  Schauen wir uns an, was für Voraussetzungen dafür nötig  sind:

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Erinnern wir uns einmal  an die Zeit zurück, als wir kleine Kinder waren.  Wie ungeduldig  sehnten wir unseren Geburtstag herbei und dachten an die vielen Geschenke, die wir uns gewünscht  und häufig nicht bekommen haben. Wir konnten uns nicht vorstellen, warum unsere Wünsche nicht erfüllt wurden. In unserem Erwachsenen-Leben ist es  nicht viel anders. Wünsche ohne Ende: Erfolg im Beruf, Anerkennung von anderen, Partner, die unsere Interessen teilen, Kinder, die den Status (der Eltern) verbessern, ein höheres Gehalt, ein neues, größeres  Auto, eine bessere Wohnung, Urlaub in der Karibik, natürlich auch vollkommene Gesundheit oder was auch immer. Aber die Liste jener Wünsche, die sich nicht erfüllt haben ist  größer als all das, was wir  je erhalten.  Und oft  verweigern wir uns  dem "lieben Gott", der   uns  in keinem unserer  Begehren oder Begierden unterstützt,  sondern zulässt, dass das Scheitern auf allen Ebenen größer und größer wird. 

Ist das bei Christen auch so?

 

Und was steht in der Bibel über Bitten und Empfangen? Schauen wir uns ein paar Beispiele an: 

Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden.

(Mk. 11,24)

 Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.

(1. Joh. 5,14)

Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten.

(Joh. 1,12-14)

Merkst du, was im letzten Zitat  steht?

Um etwas zu erhalten, müssen wir nach seinem Willen bitten.  Das ist eine Bedingung. Und wie wissen wir, was sein Wille ist? Indem wir Sein Wort kennen. Sein Wort ist uns in der Heiligen Schrift, der Bibel, vollständig und umfassend überliefert. Also müssen wir nachsehen, ob das, was wir uns wünschen - und vorausgesetzt, dass Gott unser Vater ist - wirklich in seinem Willen ist. 

Frage: Ist Gott dein Vater ?   Wie es ist, ein Kind Gottes zu werden, kannst du in meinem Beitrag "(9) Die wichtigste Entscheidung deines Lebens" nachlesen.  

Und damit komme ich zurück zu meinem Beispiel,  wie ich als Christ mit zerbrochenen Beziehungen und unbekehrten Menschen, für die mein Herz brennt, umgehe. 

Ich kenne Seinen Willen  in Bezug auf meine persönliche Situation,

denn er hat gesagt, 

... dass er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

(1. Tim, 2,4)

Und er hat auch gesagt: 

Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohl gefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.

(Spr. 16,7)

Jetzt ist klar, dass es sein Wille ist, dass Menschen, für die ich von Herzen bete, zu ihm finden werden. Und dass er meine "Feinde" mit mir versöhnen wird, weil ich sein Kind bin.

Es ist ein unumstößliches Versprechen Gottes, dass alles, was er sagt, in Erfüllung gehen wird. Seine Verheißungen sind ewig und für uns ein Anker, dem wir durch alle Stürme und Anfechtungen hindurch vertrauen können und müssen.   Deshalb weiß ich auch, dass meine Gebete ihn längst schon erreicht haben und dass er die Lösung zu seiner Zeit und zum exakt richtigen Zeitpunkt eintreten lassen wird. 

WIR KÖNNEN NICHT WARTEN! Das ist unser größtes Problem. Wir wollen, wie kleine Kinder, alles, und das sofort. Aber Gott hat seinen eigenen Zeitplan. Er lebt in einer für uns unzugänglichen Dimension, die jedes Vorher und jedes Nachher kennt. Und es gibt eine Zeit, da wird das, was er uns verheißen hat und das, worum wir in seinem Willen bitten, unter allen Umständen eintreffen. Mag sein, dass es vielleicht erst am Sterbebett geschieht, oder dass ich die Bekehrung der Menschen, für die ich bete, gar nicht selbst erleben werde, ABER ALLES WIRD EINTREFFEN, so wahr GOTT, DER HERR, LEBT! 

Meine Aufgabe ist es, nicht aufzuhören, für diese Menschen einzutreten vor Gott, indem ich sie im Gebet täglich vor ihn bringe und mich von der Zusage trösten lasse, dass seine Verheißung eines Tages wahr wird. Das macht mich über alle Anfechtungen und meine mangelnde Geduld hinweg sicher, froh und sehr dankbar. 

Gott, der Herr, segne dich!

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